Buchcover: Wann, wie, was?

Das Buchcover ist ein kaum zu unterschätzender Teil des fertigen Buches. Im besten Fall stimmt es uns auf die Geschichte ein und verrät uns genug von der Handlung, um uns neugierig zu machen. Im schlechtesten Fall führt es uns in die Irre oder ist so farblos gestaltet, dass wir an tollen Büchern vorbeigehen.

Zumindest bei mir funktioniert der Buchkauf so: Bücher mit ansprechendem Cover werden angeklickt/in die Hand genommen, dann wird der Klappentext gelesen und dann wird das Buch gekauft oder eben nicht. Langweiliges Cover? Ich geh daran vorbei.

Als Indie-AutorIn kommt man früher oder später zu dem Punkt, wo man sich um die Gestaltung des Covers Gedanken machhen muss. Als VerlagsautorIn kann man ein schlechtes Cover wenigstens dem Verlag in die Schuhe schieben, als Indie kann man nur mit sich selbst schimpfen.

Im Endeffekt bleiben einem zwei Wege: Selbermachen oder einen Profi bemühen.

Selbermachen

Katrin ils Fantasy

Da das Budget beim Cover eine nicht unerhebliche Rolle spielt, machen viele Indies ihre Cover selber. Ich kann das gut verstehen, möchte aber trotzdem noch einmal auf Seiten wie Fiverr hinweisen, vor allem, wenn man keine Erfahrung mit Design hat. Wie ich zum Beispiel. Ich habe Photoshop kennen und hassen gelernt, als ich Plakate für diverse Theateraufführungen zusammenstückeln sollte.

Der Vorteil: geringere bis keine Kosten.

Der Nachteil: Man sieht leider oft, dass es „selber gemacht“ wurde. Und ein amateurhaft-wirkendes Cover lässt die Leser leider einen (fehlerhaften) Rückschluß auf die Qualität der Geschichte schließen.

Profi engagieren

Katrin ils Fantasy

Der Weg, den ich gehe, weil ich keine Ahnung von Coverdesign habe. (Und leider kein Buch über Strichmännchen schreibe.)

Der Vorteil: Ein professionelles Cover, das Leute anspricht. (Hoffentlich. Cover sind immer auch Geschmackssache.)

Der Nachteil: Die Kosten, und man muss sich nach dem Zeitplan des Designers richten.

In jedem Fall sollte man sich Bücher in seinem Genre anschauen. Woran erkennt man, dass das Buch ein Thriller/Fantasy/Liebesroman etc. ist? Welche Schriftarten werden verwendet, welche Farben?

Wenn man weiß, wie man an sein Cover kommen wird, geht der Spaß erst richtig los. Denn die Frage aller Fragen heißt: Was soll auf dem Cover sein? Farben? Positionierung von Personen, Schriftzug, etc.?

Die ALLi (Alliance of Independent Authors) hat einen kurzen Artikel darüber gebracht, ab wann man sich Gedanken um das Cover machen sollte. Ihr Fazit: So früh wie möglich. Manchen Autoren machen ein Cover, bevor sie überhaupt zu schreiben beginnen. Das „fertige“ Cover motiviere und helfe ihnen, bei der Geschichte zu bleiben.

Solche Autoren bewunder‘ ich: Menschen, die ganz genau wissen, wie ihr Buchcover aussehen soll. Ich bin da leider anders, Ideen für ein Cover haben mich – im Gegensatz zu Ideen für Plots oder Charaktere  – noch nie um 2 Uhr nachts aus dem Bett gejagt.

Interessanterweise ist mein „everything goes“ beim Designprozess keine Hilfe.

Das Gespräch zwischen Frau W. und mir letzte Woche (nach ein paar Runden „Ich hab keine Ahnung“ von meiner und produktiven Vorschlägen von ihrer Seite):

Frau W.: Ok, was für eine Pose stellst du dir vor?

Ich: Auf jeden Fall was Aktives! *klopft sich auf die Schulter* *voll die Entscheidung getroffen*

Frau W.: Aktiv, wie? Stehen? Laufen? Springen? Kämpfen?

Ich: Öhm. Stehen? Aber sitzen geht auch!

Frau W.: *ertränkt sich in ihrem Cafe Latte*

Wir haben am Ende dann aber doch ein erstes Konzept erarbeiten können, was gut ist, nachdem das Buch im März (!) erscheinen soll.

Wenn ihr euch auch an einen Designer wendet, hier ein paar Tipps für das erste Gespräch:

  • Sucht Covers aus, die euch gefallen und schickt sie/nehmt sie mit. Macht klar, was euch daran gefällt: Farben, Aufbau, Pose der Figuren…
  • Sucht Covers, die ihr hässlich findet und macht klar, warum ihr sie nicht mögt.
  • Nehmt Bilder von möglichen Posen mit.
  • Wo wollt ihr euren Namen haben? Wo den Titel? Wie lang wird der Titel?
  • Bei Print an die Rückseite und den Buchrücken denken!
  • Gebt dem Designer eurer Wahl genügend Zeit. Denkt bei eurem Zeitplan auch an die Überrabeitungen! (Und handelt vorher aus, ob und  wie viele Überarbeitungen im Preis inbegriffen sind.)

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Cover-Design? Macht ihr sie selber oder holt ihr euch einen Profi?


9 Gedanken zu “Buchcover: Wann, wie, was?

  1. Jaja … die lieben Cover. Ich bin ein großer Fan vieler Designs und ganz besonders angetan davon, dass andere sich auch Gedanken darum machen. Ausgesprochen lustig finde ich übrigens, dass Du extra den Buchrücken hervorstreichst – über den hab‘ ich gerade auf meinem Blog geschrieben. :D

    Bin schon gespannt auf Dein fertiges Cover. :)

    1. Lustig, da schlagen wir uns ja gerade mit ähnlichen Themen herum ^^
      Ja, Cover find ich schon extrem wichtig – darum fürcht ich mich so vor dem Designen von meinem. An dem bin ich dann ja ganz alleine Schuld sozusagen.

  2. Liebe Katrin,

    Danke für Deinen spannenden Artikel. Da fangen die Rädchen in meinem Kopf gleich zu drehen an.

    Die Meinungen über die Wichtigkeit des Buchcovers gehen auseinander. Während es für die Einen das Wichtigste überhaupt ist (2-3 Sekunden Zeit, um Aufmerksamkeit zu erlangen) ist es für die Anderen eher nebensächlich, ausser es sticht aus dem gleichförmigen Brei gleich toll gestalteter Cover heraus.

    Mit meinen Covers bin ich nicht wirklich glücklich und zufrieden. Erstens verleiden sie einem selber rasch und dann findet man sie eh Mist. Zweitens wurden sie zwar von einem Grafiker gestaltet, wirken aber dennoch irgendwie laienhaft selber gemacht.

    Aber wenn ich meine Cover auf Thumbnailgrösse verkleinere und sie auf einer präparierten Amazonseite hineinklebe, stechen sie doch wieder heraus.

    Ein ewiges Dilemma.

    1. Dieses Hin- und Hergerissensein stell ich mir anstrengend vor. Hast du dir überlegt, neue Cover machen zu lassen?
      Mit den eigenen Covern nicht zufrieden zu sein – ich glaube, das Schicksal teilst du dir mit vielen. Ich fürchte mich etwas vor meinen, weil meine Vorstellungen noch zu schwammig sind.

  3. Vor allem zieht es einen Rattenschwanz von Arbeiten hinter sich her: Cover der Printbücher auswechseln, Alle Covers auf der Homepage, Werbeinserate, Twitter-Profil. Dann lagern noch je 50 Bücher in meinem Schrank und warten auf ihren Verkauf.

    Deshalb fällt die Entscheidung so schwer.

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