Der Kampf mit den Kampfszenen

Persönlich find ich ja, dass gute Kampfszenen eines der schwersten Sachen zu schreiben sind. (Schlimmer sind nur Sexszenen, aber die lassen wir mal außen vor.)


Man muss nicht nur den Überblick behalten, wo jetzt wer ist und gegen wen kämpft, sondern auch, wer wann was macht. Dazu kommt das Kräfte(un)gleichgewicht und wer den Verletzungen nach noch aufrecht stehen darf und wer eigentlich schon vor zwei Schlägen tot zu Boden hätte fallen müssen.


Dass Kämpfer A nicht höflich wartet, bis Kämpfer B mit seinem Angriff fertig ist, kompliziert das Ganze zusätzlich. Allerdings, manchmal wartet A bei mir höflich darauf zu sehen, was B denn wohl so vorhat und das sind dann die Szenen, die meine Lektorin mit bösen Smileys bemalt und an meine Tür nagelt.


Mein Kampf mit den Kampfszenen ist zwar immer noch im Gange, aber ich wollte mit euch die 10 Sachen teilen, die ich inzwischen gelernt habe und versuche, bei jeder Kampfszene zu beherzigen:


1. WER ist WO: Ich habe angefangen, mir mit Spielfiguren zu helfen: So weiß ich zumindest, wer wo ist und wie schnell A bei C sein kann, während B versucht, C den Garaus zu machen.

Hardcore-Battle im Gange. Wirklich.
Hardcore-Battle im Gange. Wirklich.



2. Denk daran, dass in einem Kampf meistens alles schnell und gleichzeitig passiert.


3. Kampf-Handlungen und Stil müssen zu den Charakteren und ihren Fähigkeiten passen. Ist dein Protagonist jemand, der einem anderen von hinten den Bogen überzieht?


4. Wahl der Waffen: Woher haben deine Protagonisten die Waffen? Können sie damit umgehen? Sind es Nah- oder Weitkampfwaffen bzw. wie kann man sie einsetzen? Und wie sieht das Arsenal der Gegner aus? Und: Kratzen, Beißen und Spucken können durchaus effektiv sein.


5. Die Kampfszene muss in die Handlung passen und ihr weiterhelfen.


6. Verletzungen haben nicht nur während dem Kampf Konsequenzen, sondern auch danach: Überleg dir genau, wieviel Schaden du deinen Protagonisten zufügst: Heilung dauert.

7. Vergiss die Verletzungen nicht, sobald der Kampf vorbei ist!


8. Auch zu bedenken (vor allem, wenn es um üblere Verletzungen geht) ist: Schock.


9. Adrenalin Crash: Übelkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen… Eine super Sache, das.


10. Und wie bei jeder Handlung muss auch der Kampf Konsequenzen haben. Verletzungen wegzaubern mag einmal okay sein, auf Dauer wird es fad. Wenn deine Protagonisten nichts zu verlieren haben (nicht mal einen Arm), ist auch die Szene nicht spannend. Und können sie wirklich ungestraft jede Taverne aufmischen, an der sie vorbeikommen? Wer weiß, wem sie da gerade einen Zahn ausgeschlagen haben…


Tipps & Tricks zum Kampfszenen schreiben:


Writing Fighting Scenes – Fantasy FactionKampfszenen schreiben

5 Essential Tips – Writer’s Digest

Kampfszenen schreiben – Schreibwahnsinn Kleidung im Kampf einsetzen

YouTube Video mit Kampfsportler und Thriller-Autor Alan Baxter


Und man kann sich natürlich auch in Kampfsport-Foren herumtreiben und dort Fragen stellen :)


Wie plant ihr eure Kampfszenen? Was sind eure Lieblingskampfszenen in Büchern?


9 Gedanken zu “Der Kampf mit den Kampfszenen

  1. Au ja, Kampfszenen :O
    In meinem Genre (Magie meets Vampirfantasy und eine gute Prise Wissenschaft) sind zwar die klassischen Schlachten- und Schwertkampfszenen oder auch Kneipenprügeleien eher irrelevant, aber dafür habe ich eine Menge anderer Kampfszenen, die es durchaus auch in sich haben o.O
    Und ja, Kampfszenen SIND schwierig -.- Egal ob mit Schwert und Bogen, zu Pferde oder in einer Paralleldimension mit Obsidiandolch und der Macht der Gedanken xD

      1. Oh ja…
        Jep, sind sie. Und zwar Beides – spannend und anstrengend. Weil viele wunderbare Hilfsmittel nicht mehr greifen (beispielsweise deine Hütchenmethode – weil es schlicht und ergreifend MÖGLICH ist, dass Figürle A sich einfach hinter Figürle B beamt oder mit Schallgeschwindigkeit hinrennt oder einfach aus der Ferne mit Superkräften angreift…).
        Ich habe früher nämlich auch Kampfszenen mit Puppen nachgestellt, um zu testen, ob und was überhaupt geht.

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