Fantasy ist eine Pralinenschachtel

Erdbeer-Trüffel?
Erdbeer-Trüffel?

Die so ziemlich erste Frage, wenn man sich als AutorIn “geoutet” hat, ist: Und was schreibst du so?

„Ich schreib‘ Fantasy.“

„Ah! Wie Herr der Ringe?“

„Ähm, nein.“

„Vampire?“

„Auch nicht.“

Fantasy
Nougat?

Wenn das Wort „Fantasy” fällt, denken die einen an R.R.Martin und die anderen an die Biss-Reihe von Stephanie Meyer. Tolkien, H.P. Lovecraft, Wolfgang Hohlbein, J.K. Rowling – alles Fantasyautoren, aber Themen und Ton ihrer Bücher sind grundverschieden.

Fantasy hat gefühlte tausend Unterkategorien, die Lesern dabei helfen sollen, ihre Bücher zu finden. Doch Definitionen und Meinungen darüber, was die einzelnen Kategorien nun genau ausmacht, gehen oft auseinander.

Fantasy
Salz-Karamell?

Dark Fantasy z.B. bedeutet für die einen Horror, für die anderen (grafische) Gewalt und Sex, für den nächsten moralisch-ambivalente Charaktere. Was für den einen eindeutig Dark Fantasy ist, ist für den anderen ein Kindergeburtstag.

(Nur darauf, dass Tolkin High Fantasy ist, können sich alle einigen. ;) )


Was mich als Autorin vor die Frage stellt, in welche Schublade ich meine Bücher denn nun legen soll, damit die „richtigen“ Leser sie finden.


Wie findet ihr denn “eure” Bücher? Helfen euch solche Kategorien überhaupt?

Und wenn ihr selber (Fantasy) schreibt: Wie findet ihr die passende Kategorie für eure Bücher?


6 Gedanken zu “Fantasy ist eine Pralinenschachtel

  1. Hallöchen meine Liebe :D
    Ich bin froh auf diesen Artikel von dir gestoßen zu sein. Ich schreibe zwar nicht, aber ich lese Fantasy absolut gern. Dabei ist es bei mir wie eine Schwäche, denn ich kann nichts unterteilen. Wenn mir jemand sagt: „Ja, das ist High Fantasy.. blabla“. „OK!“ ist meine Antwort, einfach weil ich das nicht kann. Ist bei mir aber nicht nur in den Buchgenre, sondern auch in der Musik. Ich kann Techno von House und alldem nicht unterscheiden. Für mich ist das, was in den Charts kommt zum Glück Charts xD Ansonsten wüsste ich dafür auch keinen Ausdruck.
    Ich teile also nicht wirklich ein. Romane sind allgemein für mich Bücher fürs Herz und Fantasybücher etwas fürs Herz und fürs Auge. Einfach, weils so magisch genial ist :D Ich hoffe, dass ich mich gut ausgedrückt habe.. XD

    Liebste Grüße,
    Sarah

    1. Hi :)

      Bin ich froh, dass ich nicht als Einzige mit den Kategorien kämpfe.
      Ja, bei Musik geht es mir auch so.

      Wie suchst du denn deine Bücher aus? Anhand von Rezensionen oder Tipps wie: Wenn du Autor X magst, wird der Autor Y auch gefallen?

  2. Hm, also ich habe mir vor dem Schreiben keine Gedanken über die Kategorie gemacht. Ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht was gerade „In“ ist oder „sich gerade verkauft“. Ich empfehle jedem, der schreibt: Schreib die Geschichte, die du selbst lesen willst!
    Das hat auch irgendein anderer Autor mal gesagt, ist also kein schlauer Satz von mir :).

    Bei mir war mein Roman „Blut gegen Blut“ eine Entwicklung die im Jahre 2005 begonnen hat, als alles noch als Computerspiel geplant war. Schon damals düster, daher jetzt im Genre Dark Fantasy. Also meiner Meinung nach :).

    Meiner Meinung nach ist es der falsche Weg, sich am Markt zu orientieren. Wenn ihr eine Idee habt und davon überzeugt seit: Schreibt es! :)

    1. Ja, sich am Markt zu orientieren halt ich auch für einen großen Fehler bzw. ich könnt das auch nicht. Ich schreib, was ich will ;)
      Ich hab mich allerdings gefragt, in wie weit es für die Vermarktung hilfreich ist, wenn man das fertige Werk in eine bestimme Kategorie stecken kann, damit die Leser es leichter finden.

  3. Den Markt zu bedienen kann aber funktionieren. Beispiel der Smash-Hit „Die Orks“ und das Phänomen, das seit dem jede Menge Bücher passend zu den verschiedenen Völkern (oder Rassen) gibt.

    Markus Heitz ist dabei einer der Glücklichen, bei dem der Sprung durch „Die Zwerge“ gelungen ist. An den Auftrag ist er laut einem Interview durch Vitamin B als Journalist gekommen. Sowas ist für den (wirtschaftlichen) Erfolg wichtig. Im Fall Heitz war es aber auch glücklicherweise genau sein Ding, sonst hätten die Fans das Werk und die Folgetitel nicht so verschlungen.

    Heißt aber nicht, dass man in den Fällen da man dem Kunden nach dem Mund schreibt, etwas großes, bleibendes schafft. Heißt nur, das man – meist vorüber gehend – populär wird… und davon leben kann (großes Plus – zumindest am Anfang). Wenn man vom Schreiben leben will muss man wohl meist, solange man „No-Name“ ist, schreiben worauf die Massen grade warten.

    Frage ist nur – kann die eigene Meinung und der eigene Stil so lange überleben, bis es erlaubt ist zu schreiben was wirklich in einem brennt?

    1. Klar, den Markt zu bedienen kann sehr erfolgreich sein. Zu schreiben, was grad in ist – das ist halt schwer abzuschätzen. Manche Autoren können das, weil sie schnell genug schreiben, um den aktuellen Trend zu treffen. Der kann sich ja schnell ändern, irgendwann haben die Leute genug.
      Ich frag mich nur, ob es so viel bringt, nach den Massen zu schreiben, um zu „überleben“- immerhin baut man sich ja eine Leserschaft auf und wenn man dann auf „seine“ Sachen umschwenkt fängt man unter Umständen wieder bei Null an.
      Da ist mir lieber, ich schreib gleich, was ich will ;)
      Ich hab aber auch einen Job, der mir Spaß macht, ich warte also nicht sehnsüchtig auf den Tag, wo ich endlich kündigen kann.

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